Der Lehrer Joh. Gregor Breuer aus Elberfeld machte daraus eine Gruppe und nannte sie »Gesellenverein«; Adolph Kolping war darin Mitglied und engagierte sich durch Vorträge und Anteilnahme an den Sorgen und Nöten der Gesellen. So entstand bei ihm der Wunsch, solche Gesellenvereine in ganz Deutschland zu gründen.
1849, als er Vikar der Domkirche zu Köln wurde, setzte er diese Idee in die Tat um und gründete einen Gesellenverein, für den bald auch ein erstes Gesellenhaus errichtet wurde. Nun konnte er, wie es immer sein Wunsch gewesen war, den Handwerksgesellen und jungen Fabrikarbeitern in einer schwierigen sozialen Lage Geborgenheit und Heimat geben. Die Weiterbildung im Beruf, die Formung zu tüchtigen Christen, Bürgern und Familienvätern war das herausragende Ziel dieses und aller weiteren Gesellenvereine. Sie breiteten sich rasch aus.
Als Adolph Kolping 1865 in Köln starb, umfaßte sein Werk bereits 418 Vereine in Deutschland, Österreich, Ungarn, Italien, Belgien, der Schweiz und sogar in den USA.
Das Werk Adolph Kolpings hat sich weiter entwickelt. Die Schwerpunkte haben sich verschoben. Heute muß nicht mehr soziale Not gelindert werden, wandernde Handwerksburschen sind nicht mehr zu beherbergen - die Grundidee jedoch, sich aus christlichen Motiven in der Gesellschaft zu engagieren, ist geblieben.